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EIN LEBEN MIT DEM VOLLEN POTENTIAL DES GEHIRNS - wie wichtig Visionen sind für unsere globale und persönliche Entwicklung - von Andrew Terker


Der amerikanischer Wissenschaftler Andrew Terker macht an einem Banken-Beispiel klar, dass alte Konzepte nicht mehr wirken und neue Visionen vonnöten

Droht der Schweiz ein Staatsbankrott? Dies wäre nach einem Interview mit Aquila-Chefökonom Martin Hüfner heute Morgen in der Internetseite der „Neuen Zürcher Zeitung“ mindestens theoretisch möglich. Sollten mehrere Länder Osteuropas, die erhebliche Schulden in Franken bei den Schweizer Grossbanken haben, ein Staatsbankrott erleben, könnte ein Dominoeffekt entstehen, der nur durch das Drucken von mehr Frankennoten behoben werden könnte. Dadurch könnte das Vertrauen in die Schweizer Zentralbank sinken… Wenn dieses Szenario in einer solch ernst zu nehmenden Zeitung besprochen wird, ist es deutlich, dass jegliche Vision in der westlichen Finanzwelt fehlt. Warum?

Menschen leben in einer Welt voller Konzepte. Wer in Konzepten lebt, kann keine wahre Vision haben. Konzepte sind ein Gefängnis jenseits der Realität, die einen Menschen in einem Raum-Zeit-Gefüge halten, das ein Wissen über die eventuellen Folgen einer jetzigen Handlung ausschliesst. Ein Mensch, der frei ohne Konzepte lebt, hat eine visionäre Perspektive. Er sieht Möglichkeiten, die andere nicht sehen. Vor allem, er sieht nicht nur die Folgen seiner eigenen Handlungen, sondern auch die Folgen der Handlungen anderer.

Konzepte bilden riesige Mauern, die nicht nur ein falsches Raum-Zeit-Gefühl geben, sondern auch falsche Sicherheit. Ein Konzept funktioniert ungefähr folgendermassen: „Es war immer so, also wird es immer so sein…“ Nur: Wird es immer so sein? Ein 62 Jahre alter Angestellter der UBS hat es immer gut gehabt. Er hat ein sicheres Salär während seines gesamten Berufslebens und langsame, aber stetige Gehaltserhöhungen. Er ist krankenkassenversichert, sozialversichert und rentenversichert. Er freut sich auf seine baldige Pensionierung, möchte dann gerne viel mehr Zeit mit seinen Enkeln verbringen und wandern. Früher, als er jünger war, ist er geklettert. Er kennt nicht nur die Zürcher Hausberge wie seine Hosentasche; er hat damals einige der Viertausender im Wallis und im Berner Oberland gemacht. Heute träumt er nur noch von langen Wandertouren in den Bergen. Sein Lebenskonzept ist gross: Die Schweiz war immer stabil; sein Leben war immer stabil. Gewiss, es gab immer wieder Krisen. Aber die grossen Dinge bleiben, wie sie immer waren, oder?

Solches Denken kann sehr gefährlich sein. Das ist das Denken der Konzepte. Die Mauern des Lebenskonzeptes des Bankangestellten sind riesig, weil die Dinge immer so waren, wie sie waren. In seinen Augen wird man nur älter. Seine Gedankenwelt basiert auf der Vergangenheit, auf einer Stabilität von sechs Jahrzehnten. Die Welt verändert sich aber gerade viel schneller als man zu denken vermag. Wir können nicht mehr unsere Pläne auf der Grundlage des Bisherigen schmieden. Das ist gefährlich, weil solche Pläne keine Vision enthalten!

Vision entsteht durch das Verlinken der zwei Gehirnhälften. Wenn das corpus callosum energetisiert wird, entsteht eine Art Dominoeffekt, ganz anders als die Katastrophenprognose der Wirtschaft: Viele Areale des Gehirns öffnen sich allmählich.

Ein unmittelbares Ergebnis der Energetisierung des corpus callosum ist eine Öffnung des Parietallappens. Der Parietallappen dient der Orientierung. Man denkt hier normalerweise an motorische Orientierung. Wenn Blockaden in diesem Areal aber verschwinden, entsteht ein völlig neues Raum-Zeit-Gefüge. Alles ist fliessender. Man sieht Zeit nicht mehr innerhalb der stringenten Trennung Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft. Ereignisse fliessen ineinander. Das heisst, eine bisher verborgene Kausalität zeigt sich, und künftige Folgen gegenwärtiger oder vergangener Handlungen werden sichtbar!

Die Möglichkeit, Kausalität zu erkennen, das heisst die Relation zwischen Ereignissen zu sehen, ist für visionäre Fähigkeiten absolut unabdingbar. Niemand gehört an die Spitze einer Organisation, Unternehmung oder Regierung ohne diese Fähigkeiten. Man muss Entscheidungen treffen können, deren globalen Auswirkungen schon im voraus erkennbar sind. Jede Entscheidung an der Spitze in einer so vernetzten Welt, in der wir leben, ist sonst gefährlich. Menschen treffen Entscheidungen, die tagtäglich das Leben von Millionen von Menschen beeinflussen, ohne sich im Geringsten über die Folgen klar zu sein. Das ist untragbar!

Wir brauchen etwas anderes, und dieses etwas andere heisst Vision. Menschen in der Chefetage müssen wissen, was sie tun, und sie müssen wissen, was die Auswirkung ihrer Handlungen sein wird.

Andrew Terker



Quelle: The One Soul http://theonesoul.ch


 
 
   
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