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Unser Leben wird vom Zusammenspiel vielfältiger innerer Rhythmen geprägt. Diese Rhythmen schwanken und verändern sich im Verlaufe des Lebens.
Unser Leben wird vom Zusammenspiel vielfältiger innerer Rhythmen geprägt – vom Rhythmus der Atmung, des Herzschlages bis hin zu komplexen neurophysiologischen und zellbiologischen Rhythmen. Diese Rhythmen schwanken zwar und verändern sich im Verlaufe des Lebens. Jedoch bleiben grundlegende Zusammenhänge erhalten, die es erlauben, wichtige Veränderungen der inneren Rhythmik zu prognostizieren.
D ie Physiologie eines drei Tage alten Kindes kennt zwar den Tagesrhythmus und auch den Mondrhythmus, aber nicht den Jahresrhythmus und auch nicht den elfjährigen Rhythmus der Sonnenaktivität. Das ist so, weil der Organismus erst etwa neun Monate alt ist. Mit zunehmendem Alter wird der Organismus mit immer neuen Rhythmen konfrontiert, wobei nicht nur die Länge der Perioden immer weiter zunimmt, sondern auch die Amplitude (Intensität) der Rhythmen. Mit zunehmendem Alter steigt deshalb auch die Wahrscheinlichkeit, alsbald mit einem Rhythmus konfrontiert zu werden, dessen Intensität der Organismus nicht mehr verkraftet.
Diese grundlegenden Überlegungen treffen nicht nur für den einzelnen Menschen zu, sondern auch für Teams, Bevölkerungsgruppen und Unternehmen.
Im ersten Teil dieses Beitrages wurde gezeigt, dass die Perioden natürlicher Rhythmen ein lückenhaftes Spektrum bilden (siehe „Das Geheimnis der kosmischen Rhytmen”, (raum&zeit Nr. 138). Das bedeutet, im Verlaufe des Lebens generiert der Organismus nicht regelmäßig jede Minute oder jede Stunde einen neuen inneren Rhythmus, sondern es gibt Lebensabschnitte, in denen der Organismus wie mit Dauerfeuer neue Rhythmen generiert, aber es gibt auch Lebensabschnitte, in denen der Organismus – mitunter über Jahre hinweg – keine neuen inneren Rhythmen generiert.
Abbildung 1: Kranke und Unfallverletzte nach Altersgruppen in Deutschland 2003. Quelle: Statistisches Bundesamt
Solche Lebensabschnitte sind wie „Verschnaufpausen“ nach oder vor relativ turbulenten Episoden intensiver Strukturwandlungsprozesse.
Der Wechsel von turbulenten und laminaren inneren Lebensabschnitten ist sehr unregelmäßig, aber mathematisch erfassbar. Das Spektrum der natürlichen Rhythmen besitzt nämlich eine fundamentale Eigenschaft – es ist logarithmisch skaleninvariant (fraktal) aufgebaut. In diesem Zusammenhang spricht man von Global Scaling.
Rhythmen und Zeitqualitäten
Zwischen 35 und 40 Jahren erreicht die Dichte des fraktalen Spektrums ein Maximum, das in der Nähe von 37 Jahren liegt. Auch im Leben eines erwachsenen Menschen ist dies statistisch gesehen der Zeitraum mit der höchsten inneren Ereignisdichte.
Das Intensitätsmaximum bei 37 Jahren im fraktalen Spektrum der inneren Rhythmik spiegelt sich nicht nur in der Statistik der Kranken- und Unfallverletzten (siehe Abbildung 1) wider, sondern auch in der Statistik des oft stressbedingten Rauchverhaltens. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen liegt das statistische Maximum genau in diesem Altersbereich (Abbildung 2). Krankenversicherungen und Rückversicherungen nutzen diese Statistik.
Lücken im fraktalen Spektrum der inneren Rhythmik bedeuten, dass in diesen Zeiträumen mit hoher Wahrscheinlichkeit keine neuen inneren Rhythmen entstehen. Keineswegs sind diese Lebensabschnitte harmlos und mit Ereignislosigkeit gleichzusetzen. Im Gegenteil, der laminare Verlauf der inneren Rhythmik in diesen Lebensabschnitten hat zur Folge, dass der Organismus in seiner defensiven Phase besonders sensibel und anfällig auf äußere Einflüsse reagiert.
In den aktiven Phasen der Strukturwandlung dagegen ist der Organismus vergleichsweise intensiv mit sich selbst beschäftigt, was eine Reduzierung der Sensibilität gegenüber äußeren Einflüssen zur Folge hat.
Krankheiten und Arbeitsplätze
Die Lücke zwischen 55 und 61 Jahren ist besonders groß. An den Rändern dieser Lücke ändert sich die Ereignisdichte extrem sprunghaft. Statistisch besteht im Alter von 55 beziehungsweise 61 Jahren das höchste Herzinfarktrisiko. Die Statistik der Schwerbehinderten erreicht in diesem Altersbereich ein Maximum (siehe Abbildung 3).
Besonders markant ist auch die Lücke zwischen 22 und 25 Jahren. Am Rand dieser Lücke, also im Alter von 25 Jahren, ändert sich die innere Rhythmik sprunghaft. Auch dieser Umstand hat statistische Auswirkungen. So springt zum Beispiel die Erwerbslosenquote im Alter von 25 Jahren um das Doppelte: In Deutschland sind durchschnittlich 15 Prozent aller erwerbsfähigen Menschen unter 25 Jahren arbeitslos. Ab 25 Jahre sind nur noch 7,5 Prozent erwerbslos (Quelle: Statistisches Bundesamt Deutschland).
Abbildung 2: Das Rauchverhalten nach Altersgruppen in Deutschland 2003.
Abbildung 3: Schwerbehinderte Menschen nach Altersgruppen in Deutschland 1999. Quelle: Statistisches Bundesamt
Das Fundamentale Fraktal der inneren Rhythmen ist die Basis für den Global Scaling Planer (siehe Abbildung 4). Die Kenntnis der statistisch zu erwartenden Dynamik der inneren Rhythmik kann zur Erhöhung der Lebensqualität beitragen, weil günstige Zeiträume optimaler innerer Rhythmik besser genutzt werden können. Die Kenntnis aktiver Phasen der Strukturwandlung und defensiver Phasen erhöhter Sensibilität erlaubt es, geistige und körperliche Ressourcen besser zu nutzen und bewahrt vor Enttäuschungen. Durch systematischen und cleveren Gebrauch des Global Scaling Planers ist es durchaus denkbar, Stress zu vermeiden und so eine lebensverlängernden Effekt zu erzielen.
Zeitplanung nach innerer Rhythmik
Nach der Geburt wird der Organismus mit einem neuen, lebenswichtigen inneren Rhythmus konfrontiert – dem Rhythmus der eigenen Atmung. Diesen Rhythmus findet man auch im Fundamentalen Fraktal wieder (siehe Abbildung 5). Die Geburt ist ein präzedenzloses Ereignis im Leben des Organismus.
Der Moment der Geburt ist der Startpunkt für den persönlichen Global Scaling Planer. Aus dem Global Scaling Planer kann man erkennen, in welchen Lebensabschnitten mit wesentlichen Veränderungen der inneren Rhythmik zu rechnen ist. Diese Veränderungen haben Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit, mit wichtigen inneren Ereignissen oder mit einem gefährlich sprunghaften Anstieg oder Abfall der inneren Ereignisdichte konfrontiert zu werden.
Kalender zur Ereignisdichte
Der Global Scaling Planer unterscheidet zwischen drei Zeitbereichen. Der Altersbereich bis 14 Jahre ist in roter Farbe dargestellt, der Altersbereich von 26 Jahren bis 56 Jahren ist blau gefärbt. Die Übergangsphase von 14 bis 23 Jahren, wie auch die bei 62 Jahren beginnende Übergangsphase ist grün markiert. Lücken im Fraktal, also Lebensabschnitte, in denen die Wahrscheinlichkeit, dass neue innere Rhythmen generiert werden, minimal ist, sind mit einem hellen Farbton gekennzeichnet.
Abbildung 4: Der Global Scaling Planer (Ausschnitt) erlaubt es, Veränderungen der inneren Rhythmik eines Systems zu prognostizieren.
Jede Zelle des Planers repräsentiert einen Tag auf der Zeitachse. Die Farbgebung beschreibt die zu erwartende innere Ereignisdichte an diesem Tag. Ist die Tageszelle weiß ausgefüllt, so bedeutet das, dass an diesen Tagen mit hoher Wahrscheinlichkeit keine neuen inneren Rhythmen generiert werden.
Je dunkler die Farbgebung (rot, grün oder blau) einer Tageszelle im Planer, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass an diesen Tagen wichtige innere Strukturwandlungsprozesse stattfinden, die die Entstehung neuer innerer Rhythmen zur Folge haben.
Je heller die Farbgebung (rot, grün oder blau) einer Tageszelle im Planer, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass an diesen Tagen wichtige innere Strukturwandlungsprozesse stattfinden, die die Entstehung neuer innerer Rhythmen zur Folge haben.
Besonders wichtig sind die Übergänge zwischen besonders dunklen und besonders hellen Tageszellen. An diesen Tagen ist mit gravierenden Veränderungen der inneren Rhythmik zu rechnen.
Das logarithmisch fraktale Spektrum der natürlichen Rhythmen (Eigenresonanzfrequenzen) im Bereich von 0,01 Hz bis 100 Hz.
Die Nutzung des Global Scaling Planers ist nicht auf die Prognose des wahrscheinlichen Verlaufs der inneren Rhythmik eines Menschen beschränkt. Das Fundamentale Fraktal beschreibt grundlegende Eigenschaften der inneren Rhythmik, die allen Systemen gemeinsam sind, also auch wichtige Eigenschaften der inneren Rhythmik einer Menschengruppe, eines Teams, eines Unternehmens. Das prädestiniert den Global Scaling Planer für die lang-, mittel- und kurzfristige Unternehmensberatung.
Quelle: raum&zeit 139/2006
Statistisches Bundesamt Deutschland, www.destatis.de Global Scaling // raum&zeit special 1, ehlers verlag gmbh (2001–2004), www.globalscaling.de www.global-scaling-koeln.de
PDF zum Ausdrucken des ganzen Artikels Teil 1+2: http://www.gela.at/web/files/LICHTEXPRESS_Global_Scaling.pdf
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